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Möglicherweise bestand in Darup schon im 16.Jahrhundert eine Schützengilde. So ist 1506 auf einem Wortzettel des Klosters Varlar ”den gildeman to dorepe” genannt. Nach einer Notiz in den Akten des Archivs des Hauses Hameren in Billerbeck wurde im Jahre 1548, 16 Schillinge für das Lesen von 8 Messen der Verstorbenen der Gilde oder Bruderschaft, vom Gildeman in Darup gezahlt. Eine Handwerksgilde kann es nicht gewesen sein, da diese sich auf die Städte beschränkten.
Ausführliche Protokolle sind dann aber erst seit 1815 vorhanden. Nach Beendigung der Freiheitskriege wurde am 17. Juli 1815 die ”Männergilde zu Darup oder Maria Magdalenen Bruderschaft” vom derzeitigen Pastor Matthias Kroos wieder gegründet. Normalerweise wurden diese Bruderschaften mit dem Patronen der örtlichen Kirche benannt, also wäre dies St. Fabian und St. Sebastian gewesen. Warum die Hl. Maria Magdalena als Patronin genommen worden ist, kann nicht mehr eruiert werden, aber es gab offenbar einen Altar der, der Hl. Maria Magdalena geweiht wurde (Lt. Statuten, 1.Punkt). Eine Fahne für die Bruderschaft, wurde schon zum 2. Schützenfest besorgt. Da das Geld noch nicht reichte, streckte Pastor Kroos das fehlende Geld vor. Man wollte sparsam sein und kaufte eine Fahne ”der jung Gesellensodalität in Münster”. Dies erwies sich später als Fehlinvestition, da die Seide zum reparieren der Fahne nicht mehr zu besorgen war. Also mußte man selbst eine Fahne herstellen. Dazu wurden 9 Ellen blauer Taft zu 6 Reichstaler und 9 1/2 Ellen rotseiden ”Franjen” (=Fransenborte) zu 1 Rth 4G 7Pf gekauft. Zzgl. kamen noch kleinere Ausgaben für Nähseide, etc. Aus dem Taft der Fahne wurde zusätzlich die Scherpe für den Fähnrich hergestellt. Zum besticken kam die Fahne dann zu Madmoiselle Phina Zumbusch in Nottuln, die dafür 19 Rth bekam. Der Hut für den Fähnrich wurde gebraucht für einen Scheffel Weizen gekauft.
Das alljährliche Schützenfest wurde wohl bis 1856 am Tag der Hl. Maria Magdalena, 22.Juli, gefeiert. Dann hat man bis 1888 zu den Abrechnungen keine Daten mehr hingeschrieben. Ab 1888 feierte man meist in der zweiten Hälfte des Juni oder hin und wieder auch an den ersten Tagen im Juli. Der genaue Festtermin wurde auf der seit 1888 im Mai oder Juni statt findenden Generalversammlung festgelegt. Der Termin war abhängig vom Festzelt. So ein Auszug aus dem Jahre 1931: ”Das diesjährige Schützenfest soll am 31.Mai und 1.Juni stattfinden, da ein Zelt für diese Tage sichergestellt ist”. Nach der Gründung der Bruderschaft feierte man vorwiegend beim Wirt Laun. Von 1870 bis 1900 war Egbering die bevorzugte Wirtschaft, während am Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Laun und Egbering wechselte.
Das Schützenfest wurde in den Jahren 1827 - 1888 unregelmäßig gefeiert. Ab 1888 fiel das Fest dann 1893, 1900 und 1903 aus. Im Jahre 1905, 1907, 1909 wurde dann das Schützenfest ausgesetzt, damit der Kriegerverein sein Fest feiern konnte. Diese Kriegervereine stellten ab 1871 mancher Orts eine Konkurrenz zur Schützengesellschaft dar. Im Jahre 1912 fiel das Fest der Schützen aus, da der damalige Pfarrer Dr. Bröckelmann verstarb. in den Jahren 1915-1922 wurde aufgrund des 1. Weltkrieges kein Schützenfest durchgeführt. Erst im Jahr 1932 konnte man aufgrund der Weltwirtschaftskrise und die Brüningschen Notverordnungen nicht feiern. Die Eintragungen in das Schützenbuch endeten dann mit dem Protokoll der Generalversammlung von 1935.
Im Jahre 1935 wurde zwar noch eine Generalversammlung gehalten, aber kein Schützenfest mehr gefeiert. In den folgenden Jahren, zur Zeit des 3. Reiches, kam die Bruderschaft dann nicht mehr zusammen. Erst 1949, 4 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und im 1. Jahr nach der Währungsreform fand am Ostermontag, dem 18.April, wieder eine Generalversammlung statt. Im Protokoll heißt es: ”Es hatten sich viele Bürger der Pfarrgemeinde im Saale Otto Egbering eingefunden”. Auf dieser Generalversammlung wurde zunächst ein neuer Vorstand, ein Offizierskorps und ein fünfköpfiges Festkomitee gewählt, welches mit der Planung des Schützenfestes beauftragt wurde. Der Termin wurde auf den 19.06.- 20.06.1949 gelegt. weil es keine Vogelstange mehr gab, stifteten der damalige Gildemeister Arnold Reer und der Beisitzer Wilhelm Strätker eine Neue mit allem Zubehör. Die Vogelstange stand bis zum 1. Weltkrieg hinter dem alten Friedhof auf dem Köttling, danach auf der Westehiege und ab 1949 auf dem damaligen Sportplatz, wo sie bis heute noch steht. Im Jahr 2007 wurde allerdings die hölzerne Vogelstange durch eine metallische Vogelstange mit Schießfang ersetzt. Dies wurde durch die Änderung des Waffengesetzes zwingend notwendig. Pfarrdechant Bernhardt Tietmeyer weihte die Vogelstange vor dem Kaiserschießen beim 280-jährigen Jubiläum im Jahr 2007.
Als Besonderheit ist noch zu nennen, da im Jahre 1949 keine Schusswaffen zur Verfügung standen, mußten man auf eine Armbrust ausweichen. Am diesem Schützenfest war das Interesse schon sehr groß gewesen, so das 941 Mitglieder und Nichtmitglieder an dem Fest teilnahmen. Wobei früher auf Scheiben und später auf Sterne geschossen wurde, schießt man jetzt auf einen hölzernen Vogel.
Auch wurde im Jahre 1949, wie in den früheren Zeiten, wieder der Königswagen in Form einer Pferdekutsche eingeführt. Im Jahre 1966 gab es jedoch keine geeigneten Pferde mehr. Im Protokoll heißt es: ”Da keine Pferde zum Fahren des Königswagens zur Verfügung stehen, soll ein Auto mit Schiebedach geworben werden. Es ist an das Auto von Bunge-Feldmann gedacht. Vorstandsmitglied Wilhelm Strätker übernimmt die Verhandlungen”. Erst im Jahre 1976 konnte die traditionelle Kutsche wieder eingeführt werden. So stellte der Schützenbruder und Kutscher Dieter Greiwe, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, alles notwendige zur Verfügung.
Nach dem 1. Weltkrieg sind die Kriegervereine nicht wieder auferlebt. Darum hat die Schützenbruderschaft die Aufgabe zur Pflege des Kriegerehrenmales übernommen. So verläuft der Weg am Sonntag des Schützenfestes vom Antreten auf dem Schulhof um 14 Uhr, über den Hof Schulze-Darup, zum abholen der Fahne, zum Kriegerehrenmal. Hier wird den Toten der beiden Weltkriege gedacht. Danach führt der Weg zur Vogelstange.
Die Uniformierung ist relativ gleich geblieben. Seit dem 19 Jahrhundert etwa hatten die Offiziere eine Art Uniform. Wahrscheinlich trugen sie zu dem damals als Kirchenrock allgemein üblichen Gehrock Epauletten, Koppel und Scherpe. Die Fahnenoffiziere hatten als Kopfbedeckung dazu einen Zweispitz mit Federbusch. Erst im Jahre 1970 übten die jungen Adjutanten starke Kritik an der ”Traditionsuniform”, so wie sie es nannten. So wurde ihnen gestattet Reiterröcke zu tragen, da diese bei den Adjutanten meistens schon privat verfügbar waren. Die Schützen, die nicht dem Vorstand oder dem Offizierskorps angehören, waren lange nicht uniformiert. Erst im Jahre 1972 waren Schützenhüte bei Niehues erhältlich. Zum Jubiläumsfest im Jahre 1977 sollten die Schützen in zwei Kompanien antreten. Einmal die in Uniform, d.h. Schützenhut, schwarze Jacke und weiße Hose, und die Nichtunifomierten. Mittlerweile tritt fast jeder Schützenbruder mindestens mit weißem Hemd, weiße Hose, schwarze Socken und schwarze Schuhe an. Zusätzlich gibt es dann noch die Schützen mit entsprechendem Hut und mit schwarzer Jacke. Ebenso hat ein jeder eine Waffe, d.h. einen Gehstock, etc. mit einer Blume zu versehen.
Wenn dann der neue König ermittelt worden ist, folgt der Fahnenschlag zu Ehren des neuen Königspaares. Danach folgt der Königsball auf dem Festzelt. Am Montag morgen erfolgt nach dem Kirchgang dann der Fahnenschlag auf dem Schulhof und anschließend der Frühschoppen auf dem Festzelt, wo es für einen bestimmten Zeitraum Freibier gibt. Abends um 19 Uhr erfolgt dann die Polonaise durch das schöne Darup. Auf dem Schulhof dürfen dann die grandiosen Fahnenschläger wieder ihr Können unter Beweis stellen. Diese Leistung wird auch mit frenetischem Applaus belohnt. Darauf folgt der Einlass ins Festzelt, wo bis in die Morgenstunden noch ausgelassen gefeiert wird. Einige schaffen es dann noch am Ende die Königin nach Hause zu bringen, wo auf diese Tapferen noch ein wenig Bier und Schnittchen warten.
 
 
Quelle:  Festzeitschrift 1977
 
Zusammenfassung und Recherche:  Tim Hampe

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